Gewerbefläche während der Renovierung, Werkzeug und Abdeckung am Boden
PaintingPhil B2B · Gewerbliche Renovierung

Gewerbliche Renovierung: erst der Zustand, dann der Umfang.

Was ein Gewerbeobjekt kostet, entscheidet selten die Quadratmeterzahl. Es entscheidet, was unter der letzten Schicht liegt. Diese Seite zeigt, wie aus einem Bestandsobjekt ein belastbarer Umfang wird.

Was die Begehung aufnimmt

Vier Dinge, die den Preis wirklich bestimmen.

  1. 1Trägt die vorhandene Beschichtung noch, oder muss sie runter
  2. 2Wie viele Anschlüsse, Kanten und Fehlstellen es tatsächlich gibt
  3. 3Ob während der Arbeiten jemand im Objekt ist
  4. 4Was am Ende dokumentiert vorliegen muss
01

Befund vor Kalkulation

Der Untergrund wird geprüft, bevor eine Zahl im Angebot steht.

02

Feste Positionen

Vorbereitung und Beschichtung getrennt ausgewiesen, nicht als Pauschale.

03

VOB/B-Abwicklung

Gewährleistung nach § 634a BGB / VOB, fünf Jahre.

04

Ein Ansprechpartner

Dieselbe Person von der Begehung bis zur Abnahme.

Antwort zuerst

Der Untergrund entscheidet, nicht die Fläche.

Bei gewerblichen Objekten liegen die Angebote für dieselbe Quadratmeterzahl regelmäßig weit auseinander. Der Grund ist fast immer derselbe: Der eine hat die Fläche gemessen, der andere den Zustand geprüft.

Eine Beschichtung hält nur so gut wie das, worauf sie sitzt. Deshalb steht am Anfang die Prüfung, ob der vorhandene Aufbau noch trägt — und erst danach die Frage, welcher Renovierungsgrad überhaupt gebraucht wird. Wer diese Reihenfolge dreht, bekommt ein günstiges Angebot und eine teure Überraschung.

Für Objekte in München heißt das: eine Begehung, ein Befund, danach ein Angebot, das die Vorbereitung offen ausweist statt sie in eine Pauschale zu schreiben.

Begriffe

Renovierung oder Sanierung: worin der Unterschied liegt.

Die beiden Wörter werden in Anfragen fast synonym benutzt, meinen aber zwei verschiedene Aufträge. Eine Renovierung erneuert das Sichtbare: Der Bestand ist in Ordnung, er sieht nur nicht mehr danach aus. Eine Sanierung setzt tiefer an — sie beseitigt einen Mangel, der die Substanz betrifft.

Der Unterschied ist keine Wortklauberei, sondern bestimmt die Reihenfolge auf der Baustelle. Bei einer Renovierung beginnt die Arbeit an der Oberfläche. Bei einer Sanierung beginnt sie bei der Ursache: aufsteigende Feuchte, undichte Anschlüsse, ein Aufbau, der nicht mehr trägt. Erst wenn diese Frage geklärt ist, wird wieder beschichtet.

Daneben steht die Modernisierung, die weder wiederherstellt noch auffrischt, sondern einen Bestand bewusst auf einen besseren Stand hebt. Für die Kalkulation zählt vor allem, in welche der drei Kategorien ein Objekt fällt — deshalb steht am Anfang jedes gewerblichen Auftrags in München ein Befund und keine Preisliste.

Renovierungsgrade

Auffrischung, Vollrenovierung oder Grundsanierung?

Die drei Wege unterscheiden sich nicht im Ergebnis, sondern darin, wie tief in den Bestand eingegriffen wird. Diese Einordnung entscheidet über Vorlauf, Aufwand und die Form des Angebots.

KriteriumAuffrischungVollrenovierungGrundsanierung
Typischer AnlassFläche wirkt müde, Nutzung bleibt gleichMieterwechsel, neue Nutzung, sichtbare VornutzungSchadensbild, das sich wiederholt
Was mit dem Untergrund passiertBleibt erhalten, wird nur gereinigt und angeglichenWird stellenweise abgetragen, gespachtelt und neu aufgebautUrsache wird zuerst behoben, danach neu aufgebaut
Was den Aufwand bestimmtFläche und ZugänglichkeitZustand der AltbeschichtungUmfang der Ursache im Bauteil
PlanungsvorlaufKurz, oft direkt terminierbarMittel, Aufmaß und Musterfläche sinnvollLänger, Befund geht der Kalkulation voraus
Was im Angebot stehtWenige Positionen, klarer EndterminPositionen je Bauteil und VorbereitungsschrittBefund, Maßnahme und Wiederaufbau getrennt ausgewiesen

Erstorientierung · die verbindliche Einordnung entsteht bei der Begehung

Befunde

Was der Untergrund vorher verrät.

Vier Beobachtungen, die sich ohne Werkzeug machen lassen — und die den Umfang stärker verschieben als jede Flächenangabe.

Der Altanstrich kreidet

Ein Wischen mit der Hand hinterlässt Pigment auf der Handfläche.

Die alte Beschichtung trägt nicht mehr. Ohne vorbereitenden Auftrag haftet die neue Schicht auf einer losen Zwischenlage — die Fläche sieht am Abgabetag gut aus und löst sich später.

Tapete oder mehrere Altschichten

An Kanten und Steckdosen zeigen sich Schichtaufbauten oder Blasen.

Hier entscheidet sich der größte Teil des Aufwands. Überstreichen ist schneller, hält aber nur, wenn die unterste Schicht fest sitzt. Das ist eine Prüfung vor Ort, keine Frage der Quadratmeter.

Flecken, die wiederkommen

Ränder, Verfärbungen oder Stellen, die nach dem letzten Anstrich erneut durchgeschlagen sind.

Ein Deckanstrich verdeckt das ein paar Wochen. Solange die Ursache steht — Feuchte, Nikotin, Fett — kommt die Verfärbung zurück. Diese Flächen gehören vor der Kalkulation angesehen, nicht danach.

Risse, Fehlstellen, Vornutzung

Dübellöcher, Rückbaukanten, Übergänge aus früheren Umbauten.

Spachtel- und Angleicharbeiten sind der Posten, der am häufigsten unterschätzt wird. Sie hängen an der Zahl der Stellen, nicht an der Größe des Raums — zwei kleine Büros können aufwendiger sein als eine große Halle.

Zustands-Einordnung

Welcher Renovierungsgrad ist wahrscheinlich?

Zwei Angaben genügen für eine erste Einordnung. Sie ersetzt keine Begehung — sie sagt Ihnen, worauf die Begehung schauen wird und was Sie dafür bereitlegen sollten.

Wahrscheinliche Einordnung

Auffrischung

Der kleine Weg reicht voraussichtlich aus.

Bei erhaltenem Untergrund und gleichbleibender Nutzung bleibt es bei Reinigen, Angleichen und Deckbeschichtung. Das ist der Fall mit dem kürzesten Vorlauf und dem verlässlichsten Endtermin.

Das gehört in die Begehung

  • Flächenliste je Raum oder Etage
  • Gewünschtes Zeitfenster und Zugang zum Objekt
  • Ob der bisherige Farbton bleibt oder wechselt
  • Wer die Abnahme macht und was dokumentiert sein muss

Eine Einordnung ohne Objektkenntnis. Verbindlich wird der Umfang erst, wenn die Flächen angesehen wurden.

Umfangstreiber

Was den Aufwand nach oben zieht.

Preise stehen hier keine — die entstehen am Objekt. Diese fünf Punkte erklären aber, warum zwei Angebote für dieselbe Fläche verschieden ausfallen können.

01

Zustand der Altbeschichtung

Der mit Abstand größte Hebel. Eine feste, tragfähige Fläche braucht Vorbereitung in Stunden, eine lose in Tagen.

02

Zahl der Anschlüsse und Kanten

Türzargen, Fensterlaibungen, Sockel, Einbauten. Freie Wandfläche geht schnell, Detail geht langsam.

03

Zugänglichkeit

Raumhöhe, Treppenhäuser, Aufzüge, Anlieferung. Ob Material und Gerüst in die Etage kommen, entscheidet über den Takt.

04

Nutzung während der Arbeiten

Leerstand ist der günstigste Fall. Jede Rücksicht auf laufenden Betrieb kostet Rüstzeit — planbar, aber nicht umsonst.

05

Dokumentationstiefe

Ein Objekt für die eigene Nutzung braucht weniger Nachweis als eines, das an Eigentümer, Beirat oder Gremium weitergereicht wird.

Angebot

Was nach der Begehung auf dem Papier steht.

Ein Angebot ist die Stelle, an der ein Objekt vergleichbar wird. Damit das gelingt, muss es mehr enthalten als eine Summe.

01

Aufmaß und Befund

Flächen, Bauteile und der festgestellte Zustand — getrennt notiert, damit später nachvollziehbar bleibt, worauf sich ein Preis bezieht.

02

Positionen statt Pauschale

Vorbereitung, Grundbeschichtung und Deckbeschichtung stehen einzeln. So ist sichtbar, welcher Teil des Preises Substanz ist und welcher Oberfläche.

03

Terminplan mit Abschnitten

Nicht nur ein Endtermin, sondern die Reihenfolge dahinter. Das ist die Grundlage, um interne Freigaben und eigene Termine daran zu hängen.

04

Der offene Rest, benannt

Was sich erst nach dem Öffnen einer Fläche zeigen kann, steht als solches drin — statt als stille Annahme, die später zur Diskussion wird.

Nach Abschluss gehört ein Abnahmeprotokoll mit Fotodokumentation dazu, das revisionssicher archiviert wird. Für Objekte, die an Eigentümer, Beirat oder ein Gremium weitergereicht werden, ist das der Teil, der am Ende zählt.

Häufige Fragen zur gewerblichen Renovierung

Zu Umfang, Untergrund und der Frage, warum eine Zahl vor der Begehung wenig wert ist.

Was ist der Unterschied zwischen Renovierung und Sanierung?
Eine Renovierung erneuert die Oberfläche, eine Sanierung beseitigt einen Mangel. Wird eine intakte Wand gespachtelt und neu beschichtet, weil der Farbton nicht mehr passt, ist das eine Renovierung — der Bestand bleibt, er bekommt nur ein neues Gesicht. Sobald aber Feuchte, Schimmel, Risse im Putz oder eine abgelöste Altbeschichtung im Spiel sind, wird saniert: Dann wird zuerst die Ursache abgestellt und der Aufbau wiederhergestellt, bevor überhaupt jemand an die Farbe denkt. Umgangssprachlich davon getrennt läuft die Modernisierung, die eine Fläche nicht wiederherstellt, sondern auf einen besseren Stand hebt. Praktisch entscheidend ist die Reihenfolge: Wer über einer ungeklärten Ursache renoviert, zahlt dieselbe Fläche zweimal.
Woran erkenne ich, ob eine Renovierung reicht oder eine Grundsanierung nötig ist?
An der Frage, ob das Schadensbild eine Ursache hat. Vergilbte oder stumpfe Flächen sind ein Oberflächenthema und damit eine Renovierung. Kommen Flecken nach einem Anstrich zurück, platzt Beschichtung ab oder zeigt sich Feuchte, liegt die Ursache im Bauteil — dann wird zuerst diese behoben, sonst wird die neue Oberfläche mit demselben Fehler noch einmal aufgebaut.
Warum lässt sich der Umfang nicht anhand der Quadratmeter schätzen?
Weil die Fläche nur einen Teil des Aufwands bestimmt. Der Rest steckt im Untergrund und in der Zahl der Details: Wie fest sitzt die Altbeschichtung, wie viele Anschlüsse, Kanten und Fehlstellen gibt es, wie gut ist die Fläche erreichbar. Zwei Objekte mit gleicher Quadratmeterzahl können deshalb weit auseinanderliegen.
Was passiert, wenn sich der Umfang während der Arbeiten ändert?
Aufträge werden auf VOB/B-Basis abgewickelt. Leistungen, die nicht im Leistungsverzeichnis stehen, werden vor der Ausführung angesprochen und abgestimmt, statt sie stillschweigend mitzumachen und am Ende in die Rechnung zu schreiben. Deshalb wird bereits im Angebot benannt, welche Stellen sich erst beim Öffnen zeigen können.
Wie schnell kommt nach der Anfrage ein Angebot?
Ein Begehungstermin wird in der Regel innerhalb von 24 Stunden vereinbart. Nach der Begehung liegt das Angebot mit festen Positionen und Terminplan üblicherweise in zwei bis drei Werktagen vor.
Welche Objekte übernehmen Sie?
Büro- und Verwaltungsflächen, Praxen und Kanzleien, Einzelhandel sowie Sonderflächen wie Tiefgaragen, Keller und Technikräume. Das festangestellte Team ist in Kolonnen für Fassade und WDVS, Innenräume sowie Feuchte und Schimmel aufgeteilt, sodass mehrere Objekte parallel laufen können.

Objekt ansehen, Umfang klären.

Beschreiben Sie das Objekt kurz — Nutzung, ungefähre Fläche und was Ihnen aufgefallen ist. Ein Begehungstermin wird in der Regel innerhalb von 24 Stunden vereinbart, das Angebot mit festen Positionen folgt üblicherweise in zwei bis drei Werktagen.

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